Pudel müssen NICHT regelmäßig gebadet werden, auch wenn es häufig bei Ausstellungspudeln gemacht wird. Dem Hund ist seine Frisur gleichgültig - aber die Prozeduren die dazu führen sicherlich nicht ;-). Pudel haaren kaum, haben keine Unterwolle; müssen geschoren werden. Ich mache das übrigens selbst, da mir die Jagdpudel-Frisur ohnehin am besten gefällt. Da muss der Hund weder gebadet, noch stundenlang frisiert und geföhnt werden. Die Schermaschine hält das bestens aus. Lava-Erde (Wascherde im Reformhaus) zum baden, wenn UNBEDINGT notwendig - Dann belastet man weder die Nase noch die Haut des Hundes. Die Hundenase ist eines der sensibelsten Organe die man sich vorstellen kann. Der Pudel ist hervorragend geeignet für Menschen, die einen Hund als hundlichen Partner sehen oder auch mit ihm arbeiten möchten und ihn nicht als als lebendes Stofftierchen betrachten. Beste Arbeit auch für einen Pudel ist die Kopfarbeit und somit auch hauptsächlich die Nasenarbeit. Hunde NUR auf Chemie-freien Böden arbeiten lassen (auch Wiesen werden gedüngt - VOSICHT - ) *Einstiegstipps Der Ursprung des Pudels ist auf zotthaarige Hütehunde und Wasserjagdhunde zurückzuführen, also ein absoluter Arbeitshund war. Diese zotthaarigen Tiere traten relativ zeitgleich in vielen Ländern wie Spanien, Russland, Ungarn, Deutschland, Frankreich auf. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert hatte der Pudel seinen heutigen Namen, welcher sich aus dem alten deutschen Ausdruck "Pfudel" (Pfütze) und "Budeln" (im Wasser planschen) bildete. Auf früheren Gemälden ist meist ein Hund der mittleren Grösse zu erkennen, was daraus schließen lässt, dass dies die ursprüngliche Form des Pudels war. Alle anderen Grössenvariationen wurden erst später gezüchtet. Ebenso verfügte der Pudel schon damals über eine grosse Farbenvielfalt, auch sehr viele Schecken gab es damals. Zu Beginn seiner Karriere war der Pudel ein Jagdhund, Hütehund, Apportierer, später avancierte er durch seine besondere Intelligenz und Verspieltheit zum Zirkushund, beliebter Hund bei Hofe und dann zum beliebten Familienhund. Seit 1936 gilt der Pudel als Franzose und er wurde unter Nr. 172 bei der FCI eingeordnet. Er wird der Gruppe 9, Gesellschafts- und Begleithunde, zugeordnet. | ||||
Brehms Tierleben Säugetiere Band II von 1893 4. Ordnung Raubtiere 5. Familie Hund Der Pudel ( Canis familaris extarius genuinus ) Scheitlin’s Schilderung Ein Seidenhund ist auch der allbekannte Pudel. Ihn zu beschreiben, erscheint unnötig, da er so ausgezeichnet ist dass jedermann ihn kennt. Der gedrungene Körberbau mit den langen, wolligen, zottigen Haaren,, welche hier und da förmliche Locken bilden und den ganzen Hund dicht einhüllen, die langen breiten Ohren kennzeichnen ihn vor seinen übrigen Verwandten. Ein schöner Pudel muss ganz weiß oder ganz schwarz sein, oder darf höchstens bei ganz schwarzer Farbe einen weißen Stirn- oder Brustflecken haben.Der Pudel bekundet durch seine Liebe für das Wasser seine Verwandtschaft mit den übrigen Seidenhunden. Er schwimmt gut und gern und kann wohl auch zur Jagd abgerichtet werden. Weit mehr Eignet er sich zum Gesellschafter des Menschen, und als solcher leistet er das Größte was überhaupt ein Tier zu leisten vermag. Um ihn zu kennzeichnen, borge ich mir die Worte Scheitlings, eines seiner wärmsten Verehrer. Der Pudel ist unter allen Hunden am besten gebaut. Er hat die beste Kopfform, den wohlgebildetsten Leib, die schönste Gestalt eine volle, breite Brust, wohlgebaute Beine, ist nicht hoch und nicht niedrig, nicht lang und nicht kurz und stellt sich am würdigsten dar. Schon körperlich ist er zu allen Künsten vorzugsweise geeignet. Tanzen kann er von selbst lernen; denn seine halbmenschliche natur treibt ihn, sich an seinen Herrn aufzurichten, auf zwei Beine zu stellen und aufrecht zu gehen. Bald genug merkt er, das er es könne, und er tut es sehr oft von selbst, wenn er will. Sei Geschmacksinn ist fein; er unterscheidet zwischen Speisen sehr genau; er ist ein Leckemaul. Sein Geruchsinn ist berühmt. Gibt man ihm von einen verlorenen Kinde einen Schuh oder sonst etwas zu riechen, so kann er durch die Festhaltung des Eindrucks dieses Geruchs das Kind von selbst finden. Kaum jemals täuscht er sich: ihm ist der Geruch als Erkennungsvermögen angewiesen. Er fühlt auch fein. Für körperliche Schmerzen ist er sehr empfindlich; er ist wehleidig. Sein Gehör ist vortrefflich. Von weitem kennt er die Stimme, unterscheidet sie auch dem Sinne nach, kennt den Unterschied der Glocken und Klingeln, kennt die Art und Weise und den Ton des Schrittes seiner Hausgenossen. Aber sein Gesicht ist zurückgeblieben : er sieht nicht gut, er kennt seinen Herrn durch das Gesicht nur, wenn er ziemlich nahe ist. Der Ortssinn ist im Pudel ausgezeichnet. Er findet einen Weg nach Hause stunden- und tageweit her. Er läuft in der Stadt oder auf dem Lande willkürlich herum und besucht, mit der Gewissheit zu finden, irgend ein Haus, in welchem er mit seinem Herrn, sei es auch nur einmal, gewesen, in welchem ihm wohlgetan worden ist. Deshalb kann er abgerichtet werden, Brot beim Bäcker, Fleisch beim Schlächter zu holen. Sein Zeitsinn ist merkwürdig; er merkt an den Tagen, dass der Sonntag kommt; er kennt, wie der hungrige Mensch, die Mittagstunde und die Schlachttage im Schlachthause. Die Farben kennt er genau und unterscheidet die Dinge mit Hilfe derselben deutlich. Sonderbar ist der Eindruck der Musik auf ihn; manche Werkzeuge kann er wohl leiden, andere gar nicht. Er hat ein außerordentliches scharfes Wahrnehmungsvermögen. Nichts entgeht ihm, und darum heißt er gescheit. Er ist ein vollkommener Beobachter und lernt deshalb nicht bloß die Worte, sondern auch die Mienen und Blicke seines Herrn ausgezeichnet verstehen. Sein Gedächtnis ist in hohem Grade treu. Jahrelang bleibt ihm die form und die Farbe seines Herrn in der Seele; jahrelang verliert er den Weg irgendwohin nicht. Man nennt den Hund schon wegen seines unterscheidenden Geruchsinnes gescheit: wie viel mehr wird man ihn wegen seines getreuen Gedächtnisses gescheit nennen,da man ja im täglichen Leben jedes Kind mit gutem Gedächtnis und selbst einen dummen Gelehrten, d. h. Vielwisser, für gescheit hält. Dieses Gedächtnis ist eine Hauptursache zur Gelehrigkeit des Pudels. Doch bedarf er auch dazu Geduld, Gutmütigkeit und Folgsamkeit. Erkann wirklich trommeln, Pistolen losschießen, an Leitern hinauf klettern, sei mit einer Schar Hunde eine Anhöhe, die von anderen Hunden verteidigt wird, erstürmt und mit Kameraden eine Komödie spielen lernen. Wir wissen dass man auch Pferden und Elefanten Ähnliches und Gleiches lehren kann. Zwei Dinge kommen noch dazu: des Pudels Nachahmungssucht und sein Ehrgefühl, d.h. seine Eitelkeit Immer schaut er seinen Herren an, immer schaut er, was er tut, immer will er ihm zu diensten stehen. ER ist der richtige Augendiener; er denkt, wie ein Kind vom Vater, was dieser tut sei recht, er müsse oder dürfe es ebenfalls tun. Nimmt der Herr eine Kegelkugel, so nimmt er zwischen seine Pfoten auch eine, will sie anbeißen und plagt sich, wenn es ihm nicht gelingen will. Sucht jener Steine behufs wissenschaftlicher Behandlung, so sucht auch der Pudel Steine. Gräbt der Herr irgendwo , so fängt auch der Pudel mit den Pfoten zu graben an. Sitzt jener im Fenster, so springt auch dieser auf die Bank neben ihn, legt beideTatzen aufs Gesimse und guckt ebenfalls in die schöne Aussicht hinaus. Er will auch einen Stock oder Korb tragen, weil er den Herrn oder die Köchin einen tragen sieht. Er trägt ihn sorgfältig, stellt ihn vor die Leute hin, geht von einer Person zur anderen, um zu zeigen wie geschickt er sei, und wedelt mit den Schwanz ganz selbstgefällig. Während des Tragens bekümmert er sich gar nicht um andere Hunde; er scheint sie als Taugenichtse zu verachten, sie aber scheinen ihn zu achten. Der Pudel ist der geachtetste (aber nicht der gefürchtetste ) und auch der beliebtste Hund, weil er gutmütig ist. Kinder ist er ganz besonders lieb, weil er auf jede Weise sich necken und auf sich reiten, sich zupfen und zerren läst, ohne zu knurren, zu beißen und ungeduldig zu werden. So gefräßig er ist, so kann man ihn doch das Fressen oft aus seinen Rachen wieder hervorholen, was sehr wenige Hunde zulassen. Den, wer ihn einmal geschoren hat, kennt er für sein ganzes Leben und schaut ihn darum an, wo er ihn trifft. Kommt er nach Jahresfrist wieder ins Haus, um ihn zu scheren, so rennt er augenblicklich weg und verbirgt sich: er will nicht geschoren sein. Aber seinen Mann kennend, lässt er sich willig aus dem Winkel und Dunkel hervorziehen und fügt sich ohne Wiederspruch in die Notwendigkeit. Wird er von einen tollen Hunde gebissen, und kommt der Henker ihn zu holen, so weiß er augenblicklich, was ihn droht. Er verbirgt sich, sein Auge wird sogleich trübe und erschrocken, doch er wehrt Sich nicht. Den Todesstich oder Schlag empfängt er, wie die Pferde, mit ruhigem Herzen. Wird er einem Arzt übergeben, so unterzieht er sich der Kur sehr gutwillig, und wie der Orang-Utan merkt er schnell, was ihn dienlich sei. Kein Tier erkennt so schnell die Meisterschaft des Menschen, das es ihm gehorchen solle und müsse, und das der Gehorsam das beste für ihn sei. Sehr artig ist zu sehen , wie er seinen Herren sucht. Er läuft mit gesenktem Kopfe die Strasse lang, steht still, besinnt sich, kehrt wieder um, bleibt an der andren Ecke der Strasse wieder still stehen, denkt mehr, als er schaut, beschreitet Diagonalen, um schneller irgendwo zu sein. Artig zu sehen ist auch, wenn er ausgehen will und nicht soll, seinen Herren überlisten will, wie er ihn zu überschleichen sucht, tut, als wenn er nicht fort wolle, wenn man ihn nicht anschaut, plötzlich Reißaus nimmt oder mit füchsischer, überhündischer List an der Wand ein Bein aufhebt, als ob er bissen müsse, damit man ihn hinausjage, und wenn man ihn hinausjagt, augenblicklich, ohne zu pissen, zum Schlachthause oder zu einer von seinen Buhlen läuft, wenn man ihn aber nicht glaubt, endlich alle Hoffnung, entwischen zu können ,aufgibt, mit vollkommener Entsagung sich unter den Tisch legt und das Pissen lässt und vergißt. Er hat vollkommen wie ein Mensch gelogen. Es darf uns nicht wundernehmen, wenn viele Beobachter dem Pudel menschliche Verstandsgeschicklichkeit zuschreiben. Und wirklich ist kein Mensch in Beobachtungsumständen geschickter, keiner äußert seine Ungeduld, wenn man ihn nicht berücksichtigt, besser als der Pudel. Er prüft vorher sorgfältig, ehe er entscheidet, und er will sich nicht täuschen lassen und auch nicht ausgelacht werden. Mit Prügeln kann man den Pudel nichts lehren; er ist nur ängstlich verwirrt, tut immer weniger, ganz wie ein Kind, was weinend lernen muss. Doch listig tut er bisweilen ganz dumm. Mit gutem kann man ihm sogar an Widriges gewöhnen und Dinge essen oder trinken lehren, welche er sonst verschmäht. Manche Pudel werden und sind so recht eigentliche Kaffeefraubasen und ziehen dieses Getränk jeden anderen vor. Sonderbar ist es , dass der Pudel, je gutmütiger und verständiger, um so weniger ein guter Hauswächter ist, desto minder er auf Menschen abgerichtet werden kann. Er liebt und schätzt alle Menschen; will man ihn gegen einen Menschen reizen, so schaut er nur seinen Herrn und dessen Gegner an, als ob er denke, es könne seinen Herrn nicht möglich sein, ihn auf seinesgleichen zu hetzen. Man könnte seinen Herrn morden, ohne dass er sich für ihn wehrte. Gegen seinen Herrn ist er stets unterwürfig im höchsten Grade, er fürchtet nicht nur die Schläge, sondern schon den Unwillen, dass Wort, den drohend verweisenden Finger. Pferde und Hunde scheinen unter allen Tieren am ersten erschreckt werden zu können, der Pudel kann sogar erstaunen, d. h. es kann sogar seine Beurteilungskraft Plötzlich stillgestellt werden. Ein Pudel verfolgt einen Raben auf einer Wiese. Der Rabe stellt sich gegen ihn, auf einmal ruft er den Hund an: ,Spitzbube, Spitzbube !!- erschrocken fährt der Hund zurück, sein Verstand stand ihm still: ein Tier, ein Vogel und – eine Menschenstimme! Der Pudel ist nie gern allein; immer sucht er Menschen auf. Die ersten sind ihm die besten. Er gibt sich nicht gern mit Hunden anderer Art ab, und will er spielen, so tut er es mit Pudeln, wenigstens vorzugsweise. Mit solchen erfreut er sich dann sehr. Andere Hunde scheint er zu hassen oder sie ihn, wahrscheinlich, weil sie ihn als einen besonderen Menschenfreund und vorgezogenen oder als den höchst begabten unter den Hunden ansehen und ihn darum nicht leiden mögen. Der Pudel liebt die Freiheit ungemein. Er kommt und geht wieder. An der Kette ist kein Hund gern, am allerwenigsten der Pudel, er versteht, sich davon auf alle Weise loszumachen, und erprobt darin seine Künste, Stricke zu zerbeißen und zu zerreißen. Aus Schleifen zieht er den Kopf; er kann gerade so wie ein Mensch jauchzen, wenn er entkettet wird, und ganz unsinnig tun. Von seinen Erfindungsgaben, um sich frei zu machen, erzählt Giebel eine anmutige Geschichte. „In einer der Hundesteuer unterworfenen, großen Stadt fing der Abdecker, wie üblich, alle markenlosen Hunde ein und steckte Groß und Klein , Alt und Jung, Schön und Hässlich in einen weiten Schuppen, wo sie ihr unverschuldetes Unglück in den lautesten Jammergeheul beklagten. Der verständige Pudel allein saß ruhig, in sein Schicksal ergeben, im Winkel des Gefängnisses und sah bald, auf welche Weise die Tür geöffnet wurde. Der Weg zur Freiheit war ihm damit gezeigt. Er ging flugs an die Tür, zog mit der Pfote den Drücker nieder, öffnet die TÜR, und auf seinen Wink folgte die ganze Schar der Gefangenen. Im Sturmschritte und lärmend eilte sie, im Tore die Wache unter das Gewehr rufend, in die Stadt hinein, und jeder kehrte vergnügt zu seinem Herrn zurück." Doch was ließe sich über den Pudel noch alles sagen! Man könnte über ihn allein ein ganzes Buch schreiben! Der Pudel wird besonders in der Lombardei, vielfach aber auch in Deutschland neben dem Schäferhunde und gewöhnlichen Hunden zum Trüffelsuchen abgerichtet. -Zitat Ende - | ||||